Entstanden an der Abteilung Interkulturelle Kommunikation und Mehrsprachigkeitsforschung (IKM) mit Sprachlernzentrum (SLZ) der Philosophischen Fakultät und von Dr. Paul Meyermann gegründet, entwickelte sich MitSprache aus dem Vorgängerprojekt „Engagiert für Flüchtlinge“ zu einem Angebot, das studentisches Lernen mit gesellschaftlichem Engagement verbindet: für mehr Teilhabe, mehr Austausch und ein konstruktives Miteinander in einer vielfältigen und zugleich zunehmend polarisierenden Gesellschaft.
Im Zentrum der Projekts steht die Begegnung: Studierende und Neuzugewanderte kommen in einen intensiven Austausch über Bildungs- und Lernerfahrungen, Wege in Ausbildung und Studium sowie Fragen von Diskriminierung und Teilhabe. Dabei werden unterschiedliche Perspektiven sichtbar und miteinander ins Gespräch gebracht. Sprache wird so zum verbindenden Element – als Grundlage für Orientierung, als Voraussetzung für Teilhabe und als Mittel, um Erfahrungen zu teilen und einzuordnen. Auf diese Weise entsteht ein Raum, in dem Unterschiede nicht trennen, sondern zum Ausgangspunkt für Austausch werden und gesellschaftlicher Zusammenhalt konkret erfahrbar wird.
Das Projekt wird vom Referat für Studium und Lehre des Dekanats der Philosophischen Fakultät in Kooperation mit dem Caritasverband für die Stadt Bonn e.V. angeboten und steht dank der Unterstützung zahlreicher Förderer seit 2021 Studierenden aller Fakultäten offen. Die Kombination aus Seminar- und Praxisphase vermittelt Kenntnisse in „Deutsch als Zweitsprache“ sowie zu Migration, Flucht und Diskriminierung und stärkt zugleich die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen, Spannungen auszuhalten und im Gespräch zu bleiben – auch dort, wo gesellschaftliche Debatten auseinanderdriften.
Ein besonderer Dank gilt dem Referat für Studium und Lehre der Philosophischen Fakultät sowie dem Prodekanat für Forschung und Lehre für die nachhaltige Förderung des Projekts, die auch den Start der neuen Förderperiode bis 2029 ermöglicht und damit die kontinuierliche Weiterführung von MitSprache sichert.
Neben langjährigen Kooperationspartner:innen wie dem Caritasverband für die Stadt Bonn e.V., dem Verein Ausbildung statt Abschiebung (AsA e.V.), der Stabsstelle für Chancengerechtigkeit und Diversität und dem International Office tragen viele neue Akteur*innen wesentlich dazu bei, dass MitSprache in dieser Form möglich ist. Dazu gehören die Refugee Law Clinic Bonn e.V., die ihre Expertise in niedrigschwelliger Rechtsberatung einbringt, Eden Abrehet, die das Projekt mit empowernden Workshops und einer rassismuskritischen Perspektive begleitet, sowie die SchlaU-Werkstatt für Migrationspädagogik GmbH, die mit ihrer langjährigen Erfahrung in der migrationspädagogischen Arbeit neue Impulse setzt.
Im Herbst wird das zehnjährige Jubiläum gemeinsam gefeiert. Gleichzeitig startet MitSprache in eine neue Förderperiode.