Vorträge
Mit verschiedenen Vorträgen zu Neurodivergenz möchten wir in die Thematik einführen und darüber informieren, was unter dem Begriff – auch in Abgrenzung zu Neurodiversität – zu verstehen ist. Zwar zeigt sich neurologische Vielfalt beispielsweise auch im Bereich von Legasthenie, Dyskalkulie, Tourette usw. – zwei Vorträge fokussieren aber die zurzeit am meisten medial diskutierten Erscheinungsformen: ADHS und Autismus.
Alle Vorträge finden im Digital Hub, Am Hauptbahnhof 6, 53111 Bonn im Raum San Francisco statt. Die Räumlichkeiten sind für mobilitätseingeschränkte Personen barrierefrei über einen Fahrstuhl erreichbar. Ein barrierefreies WC sowie ein FLINTA*-WC sind vorhanden.
Die Veranstaltung kann auch online im Stream über Zoom verfolgt werden. Den Link erhalten Sie nach der Anmeldung.
Anmeldung und Zeitraum
Datum
Montag, 18. Mai 2026
13:30 Uhr - 17:00 Uhr
Bitte melden Sie sich bis zum 6. Mai 2026 an.
Hinweis
Dies ist eine explizit neurodivergenzfreundliche Veranstaltung. Es gibt unterschiedliche Sitzmöglichkeiten. Stimming, Bewegung, den Raum verlassen, das Nutzen von Fidget-Toys sind explizit erlaubt.
Wir möchten Sie außerdem darauf aufmerksam machen, dass am 18. Mai ein Assistenzhund anwesend sein wird, der eine teilnehmende Person unterstützt.
"Wer definiert normal? – Neurodivergenz im Spannungsfeld zwischen Pathologie, Paradigmenwechsel und Inklusion"
Einführungsvortrag zu Neurodiversität & Neurodivergenz
Neurodiversität gewinnt zunehmend an Bedeutung und wirft grundlegende Fragen zu Normalität, Diagnose und Teilhabe insbesondere im Bildungs- und Hochschulkontext auf. Der Vortrag führt in das Konzept Neurodiversität ein und beleuchtet die Vielfalt neurologischer Ausprägungen jenseits von ADHS und Autismus. Im Fokus steht das Spannungsfeld zwischen Pathologisierung, Diversitätsperspektive und dem gesellschaftlichen Normalisierungsdruck. Viele Bildungs- und Karrierewege bleiben für neurodivergente Menschen häufig strukturell erschwert und gehen nicht selten mit Überlastung oder gesundheitlichen Folgen einher. Gleichzeitig bietet eine akademische Bildung die Freiheit, die Arbeit entsprechend dem eigenen Neurotyp zu organisieren, intellektuellen Interessen nachzugehen und neuronormative Realitäten kritisch zu hinterfragen.
Zeit: 13:45-14:45 Uhr
Ort: Digital Hub, Am Hauptbahnhof 6, 53111 Bonn, Raum San Francisco
Maren Frank (sie/ihr)
Diversity Trainerin & Heilpraktikerin für Psychotherapie – Neurodiversität
Maren Frank verbindet fachliche Expertise zum Autismus-Spektrum, Hochbegabung und Hochsensibilität mit 30-jähriger Praxiserfahrung im Gesundheitswesen und bringt zudem wertvolle Einblicke, besonders zu institutionellen Herausforderungen, als neurodivergente Person und Mutter neurodivergenter Kinder mit. Ihr Anliegen ist es, die Vielseitigkeit und Wahrnehmungsunterschiede der Menschen sichtbar zu machen, Akzeptanz zu fördern und (Neuro)Inklusion als selbstverständlichen Bestandteil von Lehre, Beratung und Hochschulkultur zu stärken.
„Neurodivergente Menschen sind nicht falsch, nicht krank. Alle haben ein Recht auf Bildung, Teilhabe. Inklusion bedeutet nicht, Menschen anzupassen – sondern Systeme. Verschieden ist normal.“
Jessica Stazzone Manazza (sie/ihr)
Diversity Trainerin & Coach, queer-migrantische Aktivistin
Jessica Stazzone Manazza hat Wirtschaftswissenschaften und Business Administration studiert und arbeitet als Key Account Managerin in der Biolebensmittelbranche. Als Trainerin und Coach hat sie sich neben Queerness und Bisexualität vor allem auf das Thema Neurodiversität spezialisiert, insbesondere auf ADHS und Lernmanagement. Als queere, neurodivergente Trainerin mit Migrationshintergrund setzt sie sich für die Sichtbarmachung intersektionaler Lebensrealitäten ein, die oft als „zu divers und kompliziert“ wahrgenommen werden. Jessica ist Co-Gründerin der queer-migrantischen Initiative „BiPlus Göttingen".
„Neurodiversität ist nicht neu, sondern elementarer Bestandteil menschlicher Diversität. Neu sind nur die Begrifflichkeiten sowie die lang benötigten gesellschaftlichen und medizinischen Fortschritte.“
„ADHS im Erwachsenenalter – Herausforderungen und Chancen“
Als Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn (UKB) und stellvertretende Ärztliche Direktorin beschreibt Prof. Dr. Alexandra Philipsen ein klinisches Bild von ADHS, benennt zentrale Merkmale, das Diagnoseverfahren sowie Erläuterungen zu Ursachen und Häufigkeiten. Der Vortrag gibt Einblicke, warum die Anzahl der Diagnosen bei Mädchen und Frauen derzeit stark ansteigt und nennt zugrundeliegende Ursachen. Gleichzeitig zeigt sie auf, welche Möglichkeiten es gibt, (gut) mit ADHS im Alltag umzugehen und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen.
Zeit: 15:00-15:45 Uhr
Ort: Digital Hub, Am Hauptbahnhof 6, 53111 Bonn, Raum San Francisco
Prof. Dr. Alexandra Philipsen
Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie und stellvertretende Ärztliche Direktorin an der Universitätsklinik Bonn (UKB)
Prof. Philipsens wissenschaftliche Schwerpunkte liegen in der Therapieforschung der Aufmerksamkeits- und Emotionsregulation sowie in der Entwicklung und Evaluation innovativer pharmakologischer und nicht-pharmakologischer Therapien, insbesondere bei ADHS im Erwachsenenalter. Ihr klinischer Schwerpunkt liegt in der Diagnostik und Behandlung des gesamten Spektrums psychischer Erkrankungen, insbesondere von affektiven Erkrankungen wie Depression, Stress-assoziierten Erkrankungen, ADHS im Erwachsenenalter und Persönlichkeitsstörungen.
„Superkraft, Subklinik, Studium – Autismus im Studium“
Der Vortrag von Beccs Riley führt in die Entwicklung des Neurodivergenzparadigmas ein und macht deutlich, was Autismus angesichts menschlicher, neurologischer Vielfalt eigentlich meint. Daraus kann abgeleitet werden, warum eine Einordnung und Benennung als Autismusspektrum so wichtig ist und was dies für den subklinischen Bereich bedeutet. Aus aktivistischer Perspektive wird das identitätsstiftende Gefühl beleuchtet, mit einem anderen Betriebssystem ausgestattet zu sein als die Mehrheitsgesellschaft. Was heißt das eigentlich für die Hochschulbildung, wenn autistische Gehirne anders funktionieren als allistische?
Zeit: 16:15-17:00 Uhr
Ort: Digital Hub, Am Hauptbahnhof 6, 53111 Bonn, Raum San Francisco
Beccs Riley (es/nin)
Gründer*in Minzgespinst und DEIB Consultant*
Kommunikation, Konflikte und dazugehörend auch Mobbing sind Beccs' Herzensthemen. Als autistische Person mit systemischem Background berät es Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen, vor allem dann, wenn unterschiedliche, neurodiverse Bedürfnisse aufeinanderprallen und zu eskalieren drohen (oder, nachdem sie eskaliert sind). Beccs hat den Verein Minzgespinst e.V. gegründet, der Menschen unterschiedlicher Hintergründe und Lebenswege miteinander verbindet, um gemeinsam für eine inklusive und gerechte Gesellschaft einzutreten. Ziel des Netzwerkes ist es, das Bewusstsein für die Themen Autismus, Awareness und Geschlechtergerechtigkeit zu schärfen und die Vielfalt menschlicher Erfahrungen zu stärken.
"Wir sind Linux Distributionen in einer Welt, in der Apple MacOS erfunden hat."
Awareness & Barrierefreiheit
Awareness bedeutet Bewusstsein und Bewusstwerden im Umgang miteinander. Awareness steht für einen wertschätzenden und respektvollen Umgang, der darauf abzielt, diskriminierende und grenzüberschreitende Verhaltensweisen zu erkennen und abzubauen. Es bedeutet, Verantwortung für sich selbst und füreinander zu übernehmen, um eine sichere Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle wohlfühlen und persönliche Grenzen respektiert werden.
Auch für die Veranstaltungen der Diversity Days erwarten wir ein wertschätzendes Miteinander sowie eine neurodivergenzfreundliche Haltung beim Besuch der Vorträge und Workshops.
Im Rahmen der Veranstaltung wird zudem ein Awareness-Team anwesend sein, das jederzeit bei Fragen und Problem angesprochen werden kann. Die Awareness Personen erkennen Sie an den Lanyards.
Gerne kann bei jeglichen Fragen zu Awareness auch im Vorhinein Kontakt aufgenommen werden: e.kilian@uni-bonn.de.
Nachfolgen finden Sie die:
Vereinbarungen der Zusammenarbeit
Awareness Leitfaden zum Download
Die Räumlichkeiten beider Veranstaltungsorte sind für mobilitätseingeschränkte Personen barrierefrei über einen Fahrstuhl erreichbar. Ein barrierefreies WC sowie ein FLINTA*-WC sind vorhanden. Bitte melden Sie über das Anmeldeformular, falls Sie Support benötigen. Wir unterstützen Sie gerne beim Besuch der Veranstaltung.
Die Vorträge am ersten Tag werden in Deutsche Gebärdensprache (DGS) übersetzt. Bei Bedarf kann eine englischsprachige Übersetzung erfolgen (Anmeldeformular).
Am zweiten Tag steht keine zentrale Übersetzung zur Verfügung.
Die Veranstaltung ist explizit neurodivergenzfreundlich organisiert. Es gibt unterschiedliche Sitzmöglichkeiten. Stimming, Bewegung, den Raum verlassen, das Nutzen von Fidget-Toys sind explizit erlaubt. Bestimmte Bedarfe verschiedener Personen können widersprüchlich sein; etwa werden die Lichter nicht gedimmt, da dies die Teilnahme von Sehbehinderten Personen erschwert. Besondere Bedarfe können Sie gerne im Anmeldeformular angeben. Wir unterstützen Sie gerne beim Besuch der Veranstaltung.
Für alle Veranstaltungen der Diversity Days bietet das Familienbüro eine Kinderbetreuung im Eltern-Kind-Zimmer im Deutschen Herold an.
Im Rahmen der Veranstaltung werden teilweise Themen angesprochen, die bei manchen Personen starke Gefühle auslösen können. Diese Themen umfassen Ableismus, Diagnostik und Psychiatrieerfahrungen.
Vor Ort bietet ein Awareness-Team bei Bedarf Unterstützung.
Kontakt und Organisation
Julia Lindenberg (sie/ihr)
Dechenstraße 3-11
53115 Bonn
Ruth Ellen Bischoff (sie/ihr)
Dechenstraße 3-11
53115 Bonn