Beyond Normal: Neurodivergenz im Hochschulkontext

Die Diversity Days 2026 fanden dieses Jahr am 18. und 19. Mai zum Thema Neurodivergenz im Hochschulkontext statt. Unter dem Titel „Beyond Normal“ fanden über zwei Tage Vorträge und Workshops zu ADHS, Autismus und Neurodiversität statt. Alle Termine waren schon früh ausgebucht und sowohl vor Ort als auch im hybriden Livestream sehr gut besucht. Wir bedanken uns für eure und Ihre Teilnahme!

Was ist Neurodivergenz?

Neurodiversität beschreibt die Vielfalt aller neurologischen Funktionsweisen und Neurodivergenz steht für individuelle Abweichungen innerhalb dieses Spektrums. Schätzungen zufolge sind bis zu 20 % der Menschen neurodivergent – und doch bleiben ihre Perspektiven, Bedürfnisse und Potenziale in Alltag, Bildungssystem und Beruf häufig unberücksichtigt. Ein bewusster Umgang mit neurologischer Vielfalt ist ein wichtiger Schritt zu echter Inklusion. Daher haben wir uns das Thema dieses Jahr genauer angeschaut.

Beccs Riley spricht in ein Mikrofon, im Hintergrund ist die Präsentation und ein Roll-Up für die Diversity Days sichtbar
© Barbara Frommann / Universität Bonn

Vorträge

Nach einem Grußwort von Prorektorin Prof. Dr. Förster und einer Einführung durch die Moderatorin Céline Bartholomaeus startete der erste Tag mit einem Vortrag zum Thema "Wer definiert normal? – Neurodivergenz im Spannungsfeld zwischen Pathologie, Paradigmenwechsel und Inklusion". Die Diversity-Trainerinnen Maren Frank und Jessica Stazzone Manazza sprachen über grundlegende Fragen zu Normalität, Diagnose und Teilhabe, insbesondere im Bildungs- und Hochschulkontext. 

Im Anschluss sprach Prof. Dr. Alexandra Philipsen, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn, zu ADHS im Erwachsenenalter aus klinischer Perspektive. Abschließend sprach Beccs Riley unter dem Titel „Superkraft, Subklinik, Studium – Autismus im Studium“ aus aktivistischer Perspektive über das Studieren mit Autismus.

Workshops

Am zweiten Tag des Events fanden am frühen Nachmittag zwei Workshops statt, jeweils für Studierende und für Beratende und Lehrende an der Uni Bonn. Die Workshops, geleitet von Beccs Riley und Therapeutin Alexandra Harth, vermittelten Teilnehmenden Wissen zu Neurodivergenz und praktische Maßnahmen für ein inklusives Miteinander an der Hochschule. In dem Workshop für Studierende ging es um autistische Wahrnehmung, Barrieren im Studium und (persönliche) Lösungsansätze. Der Workshop für Lehrende und Beratende stellte neurosensible Kommunikation in den Fokus und vermittelte, wie sich herausfordernde Gesprächssituationen sicher und klar gestalten lassen.

Ein Mitglied aus dem Publikum schreibt eine Frage auf die dafür ausgegeben Zettel
© Barbara Frommann / Universität Bonn
Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
© Barbara Frommann / Universität Bonn

Lesung

Abgeschlossen wurde das Event mit einer Lesung aus dem Buch "Behindert und Verrückt - Jetzt reden Wir!". Die Herausgeber*innen und zwei Autor*innen vom Verein "Disability and Mad Pride Bonn" lasen aus einer Auswahl aus 41 Beiträgen zum Thema Ableismus aus einer behinderten Perspektive. In dem Buch kommen getreu dem Motto der UN-Behindertenrechtskonvention "Nichts ohne uns über uns" chronisch kranke Menschen zu Wort, Krüppel, Menschen mit Behinderung, Verrückte, psychisch kranke, neurodivergente, sowie T*taube Menschen. Das Buch kann auf der Website des Vereins erstanden werden.

Inklusives Konzept

Da wir Inklusion nicht nur behandeln, sondern auch umsetzen wollen, war die Veranstaltung explizit neurodiversitätsfreundlich konzipiert. Es gab verschiedene Sitzmöglichkeiten, wie Gymnastikbälle, Desk Bikes und Stehhocker, Stim Toys und Ohrstöpsel. Ein externes Awareness-Team stand jederzeit zur Ansprache bereit und in einem separaten, abgedunkelten Raum konnten sich Teilnehmende zurückziehen. Fast alle Sprecher*innen waren selbst neurodivergent und konnte so nicht nur aus Expert*innenperspektive, sondern auch aus eigener Erfahrung sprechen.

Foto von Fidget-Toys in Boxen mit Beschriftung, dass diese zum Verleih sind
© Barbara Frommann / Universität Bonn

Eindrücke der zwei Tage


Kontakt und Organisation

Avatar Lindenberg (sie/ihr)

Julia Lindenberg (sie/ihr)

Organisation

Dechenstraße 3-11

53115 Bonn

Avatar Bischoff (sie/ihr)

Ruth Ellen Bischoff (sie/ihr)

Organisation

Dechenstraße 3-11

53115 Bonn

Lesen Sie auch

Diversity Days 2025

Ein Rückblick auf die Diversity Days 2025 unter dem Motto "You get to pick your family".

Diversity Days 2024

Ein Rückblick auf die Diversity Days 2024 unter dem Motto "Sprache verbindet".

Meilensteine

Ein Überblick, was wir bereits im Bereich Diversität an der Universität erreicht haben.

Wird geladen